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Blogbeitrag

Patientinnen und Patienten zu Corona

Fluch oder Segen?

Die Corona-Pandemie sorgt seit fast zwei Jahren für eine herausfordernde Situation in Deutschland und der Welt. Es macht sich in der Bevölkerung ein wachsender Unmut über Maßnahmenpakete und Lockdowns breit – auch denjenigen gegenüber, die helfen wollen und sich Tag für Tag um Patientinnen und Patienten kümmern: Ärztinnen und Ärzte sowie das Praxispersonal in deutschen Hausarztpraxen. Mit Schwester Maxi Voigt, einer Medizinischen Fachangestellten aus Lichtenwalde in Sachsen, haben wir über Patientinnen und Patienten zu Corona-Zeiten gesprochen.

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Verständnisvolle Patientinnen und Patienten zu Corona

Viele Patientinnen und Patienten sind zu Corona-Zeiten sehr verständnisvoll und nehmen Rücksicht im Praxisalltag von Ärztinnen und Ärzten sowie des Praxispersonals. Sie wissen, dass die täglichen Herausforderungen in deutschen Hausarztpraxen immens sind. „Gerade die älteren Patienten sind sehr vorsichtig“, sagt Frau Voigt, die in einer Hausarztpraxis mit zwei Ärzten, einem Assistenzarzt und drei Schwestern arbeitet. „Unsere jüngeren Patienten sind in der Regel sehr vernünftig. Sie rufen vor ihrem Besuch in der Praxis an und melden sich an“, erzählt Frau Voigt. Das ermöglicht die so wichtige Planung und Regelung des Praxisalltags, sagt sie. Generell fällt ihr auf, dass viele Ältere, die einfach mal zum Reden in die Praxis kamen, nicht mehr vorbeikommen. Sie bleiben aus Sorge zu Hause. Das sei grundsätzlich auch richtig, beschreibt Frau Voigt, allerdings hat die große Sorge und Rücksichtnahme auch Schattenseiten. „Der erste Todesfall eines Patienten bleibt mir besonders im Gedächtnis“, beschreibt sie. „Ein ruhiger, netter Patient, der leider zu viel Rücksicht genommen hat, da er auch bei seiner sehr akuten Corona-Erkrankung weder uns noch dem Notarzt Bescheid gegeben hat und die Hilfe dann leider zu spät kam.“

Arzt hat direkt Maßnahmen ergriffen

„Unser Chef ist sehr weitsichtig. Zu einem Zeitpunkt, als wir Schwestern Anfang 2020 noch davon ausgingen, dass Corona schnell an uns vorbeigeht, hat er bereits einen Isolationsraum eingeführt und wir haben von Anfang an unsere Patienten voneinander getrennt“, sagt Schwester Maxi Voigt. Generell blickt sie auf sehr intensive letzte Monate zurück: „Es hat damals eher ruhig mit Corona bei uns angefangen. Der Höchststand war im April und Mai und im Sommer hatten wir Ruhe“, beschreibt sie. Aktuell kann von Ruhe aber nicht die Rede sein, denn die Inzidenzen steigen Tag für Tag: „Wir sind hier nah an Chemnitz, einem der Corona-Hotspots.“

Die Anzahl an Impfungen hat im Zuge der letzten Woche verstärkt zugenommen, aber nicht nur die Impfungen beanspruchen Ärztinnen, Ärzte und Praxispersonal: „Neben den Impfungen gegen Corona, kommen normale Grippeimpfungen und die üblichen Termine hinzu, die natürlich zusätzlich unsere Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Frau Voigt.

Aggressive Patienten in der Hausarztpraxis

Leider gehören nicht nur die verständnisvollen Patientinnen und Patienten zum Alltag von Frau Voigt. Eine Reihe von unvernünftigen Personen sind trauriger Alltag in der Praxis: „Manche Patienten sind einfach nicht aufnahmefähig. Da sitzt die Maske nicht richtig und wenn wir darauf aufmerksam machen, bekommen wir ein ‚ne, warum?‘“, sagt Frau Voigt. Gegen unvernünftige Patientinnen und Patienten kann sie und das Praxisteam sich auf den Rückhalt der Ärzte verlassen: „Unser Chef steht hinter unseren Entscheidungen, wenn wir jemanden nach Hause schicken, der nicht einsichtig ist“, sagt sie. „Und wenn Impfunwillige diskutieren, kann das bis hoch zum Chef gehen“, beschreibt Schwester Voigt. Der Arzt nimmt sich dann die Zeit, um mit den Personen zu sprechen: „Ich bewundere das sehr, denn es ist auch dadurch bereits mehrfach gelungen, dass sich Patienten nach dem klärenden Gespräch mit dem Chef für eine Impfung entschieden haben.“

Was können wir tun, um Praxispersonal, Ärztinnen und Ärzten zu helfen?

Patientinnen und Patienten können aktiv dabei unterstützen, den Praxisalltag von Hausärztinnen und -ärzten und dem Praxispersonal nicht stärker als notwendig zu belasten. Und es sind ganz simple Dinge, die Frau Voigt mitgibt und sich von ihrem Patientenstamm – aber auch für andere Praxen in Deutschland – wünscht:

  • Rufen Sie vorher in der Praxis an – kommen sie nicht einfach so vorbei.
  • Wenn es akut ist, rufen Sie den Notarzt, kommen Sie nicht in die Praxis.
  • Lassen Sie sich nicht unnötig in der Praxis testen, weil Sie denken, Sie könnten etwas haben – dafür gibt es die Testzentren!
  • Lassen Sie sich impfen! Für Ihre Gesundheit und die Ihrer Liebsten!

Aggressiv oder verständnisvoll? Zu Welcher Kategorie gehören Sie?

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Timo am 28.12.2021
Das Praxispersonal bei meiner Hausärztin macht einen tollen Job!
IZH-Team am 30.12.2021
Hallo Timo,
großartig! Das freut uns sehr. Verraten Sie uns, wie sich das äußert?
Liebe Grüße
Ihr IZH-Team

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