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Die richtige Krankenkasse für den Berufsstart

Kosten und Leistung: Darauf sollten Sie bei der Auswahl achten

Der Start in den ersten richtigen Job ist eine aufregende Zeit – die auch mit ein paar ganz neuen Pflichten verbunden ist. Zum Beispiel müssen Sie sich nun selbstständig krankenversichern. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl der gesetzlichen Krankenkasse achten sollten.

Bis zur Volljährigkeit ist die Sache klar: Kinder sind in der Regel über die Krankenversicherung ihrer Eltern familienversichert. Das gilt auch noch bis zum Alter von maximal 25 Jahren, wenn Sie gerade eine Ausbildung machen oder als Studentin oder Student nicht mehr als 450 Euro monatlich verdienen. Alle anderen müssen sich nun selbst um ihre Krankenversicherung kümmern. Als Berufseinsteigerin oder Berufseinsteiger mit geringem Gehalt steht Ihnen dabei in der Regel nur die gesetzliche Krankenkasse (GKV) offen. Viele entscheiden sich dann für die bequemste Lösung und bleiben einfach bei der Versicherung ihrer Eltern. Dabei kann es sich auszahlen, verschiedene Angebote miteinander zu vergleichen: Mehrere hundert Euro pro Jahr sind durchaus realistisch! Auch bei den Leistungen lohnt ein genauer Blick. 

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Nach welchen Kriterien haben Sie Ihre Krankenkasse ausgewählt? Gab es vielleicht sogar schon mal einen Fehlgriff? Erzählen Sie von Ihren Erfahrungen und helfen Sie so anderen Berufseinsteigerinnen und -einsteigern dabei, die richtige Wahl zu treffen.

So viel kostet‘s

Seit 2015 gilt für gesetzliche Krankenkassen der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent. Das heißt: Diesen Prozentsatz Ihres monatlichen Bruttoeinkommens müssen Sie für Ihre Krankenversorgung zahlen. Allerdings nicht allein, denn Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, rund die Hälfte der Beiträge zu übernehmen. Nur wenn Ihre Krankenkasse Zusatzbeiträge erhebt, müssen Sie die allein zahlen. Ein Rechenbeispiel: Bei einem Bruttoverdienst von 1.500 Euro kostet die Krankenkasse 219 Euro. Das heißt, Sie und Ihr Arbeitgeber zahlen jeweils 109,50 Euro. Für Sie kommt unter Umständen noch ein Zusatzbeitrag hinzu. Wie hoch der ausfällt, hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab. Die AOK Sachsen-Anhalt erhebt derzeit überhaupt keinen zusätzlichen Beitrag, bei der BKK Herkules hingegen liegt er bei satten 2,2 Prozent – ein Unterschied von 396 Euro jährlich. Es macht also Sinn, sich einen Überblick zu den Kosten der gesetzlichen Krankenkassen zu verschaffen. Viele bieten zudem Bonusprogramme an: Wer daran teilnimmt, kann beispielsweise die Kosten für Sportkurse erstattet bekommen oder wird für regelmäßige Vorsorge mit Sachprämien belohnt.

Von Ayurveda bis Zahnersatz

Es ist genau geregelt, welche Leistungen die GKV erbringen müssen. Das heißt aber längst nicht, dass alle Kassen das gleiche Angebot haben. Die Liste der Extras ist vielfältig: Einige Krankenkassen übernehmen beispielsweise die Kosten für alternative Heilmethoden wie Homöopathie und Ayurveda oder bezuschussen Präventionsurlaube. Wenn Ihnen solche Leistungen wichtig sind, sollten Sie sich allerdings persönlich nach den genauen Bedingungen erkundigen – denn oft hält das Kleingedruckte ein paar negative Überraschungen bereit. Überlegen Sie außerdem, ob Zusatzversicherungen für Sie sinnvoll sind, etwa für Zahnmedizin oder Chefarztbehandlung. Auch hier können sich die Regeln und Tarife der Krankenkassen deutlich unterscheiden.

Neutrale Vergleiche helfen

Welche Krankenkasse ist nun für Sie die richtige? Bei der Auswahl können Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox helfen, deren Rankings allerdings nicht zwingend neutral sein müssen. Einen unabhängigen Vergleich gibt es für 3,50 Euro bei der Stiftung Warentest. Auch verschiedene Wirtschafts- und Verbrauchermagazine veröffentlichen regelmäßig Rankings der Krankenkassen. Die beste Wahl für Berufseinsteiger ist laut des Magazins Euro derzeit die Techniker Krankenkasse. Übrigens: Sie müssen nicht ewig bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse bleiben! Spätestens nach 18 Monaten dürfen Sie wechseln – oder, wenn Ihre Krankenkasse die Beiträge erhöht hat. Es lohnt sich also, bei den Konditionen der Kassen auf dem Laufenden zu bleiben.  

Die Initiative zukunft:hausarzt lädt Sie dazu ein, gemeinsam mit uns den Hausarztbesuch der Zukunft zu gestalten. Ihre Meinung zählt. Ihre Erfahrung ist wichtig. Tauschen Sie sich mit uns aus, damit Hausärztinnen und Hausärzte, medizinische Fachangestellte, Patientinnen und Patienten sowie Krankenkassen zukünftig von der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) profitieren. Initiative zukunft:hausarzt – eine Initiative des Sächsischen Hausärztinnen- und Hausärzteverband e.V. sowie Hausärzteverband Hessen e.V.

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Ralf am 29.10.2021
Ich bin der erste Kommentar.
Ralf am 29.10.2021
Kann ich meinen Kommentar auch liken? Frage für einen Freund ...
IZH-Team am 29.10.2021
Lieber Ralf, natürlich können Sie (und Ihr Freund) jeden Kommentar liken, der Ihnen gefällt – auch den eigenen. ;)
Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
Ihr IZH-Team
Timo am 02.11.2021
Ich habe noch nie meine Krankenkasse gewechselt. Wohl eher aus Bequemlichkeit und weil ich bisher immer gute Erfahrungen gemacht habe. Auch zum Start meines Studiums damals habe ich nicht gewechselt. Obwohl auf meinem Campus viele Krankenkassen um "neue" Kunden geworben haben.
IZH-Team am 30.12.2021
Lieber Timo,
es ist schön zu hören, dass Sie so zufrieden mit Ihrer Krankenkasse sind. Danke, dass Sie Ihre Erfahrungen teilen!
Liebe Grüße
Ihr IZH-Team
Hanna am 26.03.2022
Auch ich bin nach meiner Ausbildung bei der DAK geblieben, in welcher meine Eltern noch heute krankenversichert sind. Später kamen dann zwei Kinder dazu und unsere Kinderärztin machte uns darauf aufmerksam, dass die AOK für Familien mit Kindern sehr gut sei, unter anderem da sie länger Medikamentenkosten für die Kids übernehmen würde. So wechselten wir vier zur AOK. Bis jetzt mussten wir Gott sei Dank nicht so viel davon Gebrauch machen, da unsere Kinder selten erkranken. Noch sind sie 6 und 7 Jahre alt. In ein paar Jahren zahlt sich der Krankenkassenwechsel dann für den Fall der Fälle hoffentlich aus.

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